Maskenpflicht und Gesichtsvisiere

14.05.2020 –
Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung informiert:  

viele Nachfragen aus Ihrem Kreis beziehen sich darauf, ob Gesichtsvisiere bzw. Gesichtsschilde statt einer textilen Mund-Nasen-Bedeckung während des praktischen Fahrunterrichts in Niedersachsen zulässig sind. Hierzu hat mir das federführende Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung wörtlich Folgendes mitgeteilt:

„Nach § 9 Abs. 1 der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind Besucherinnen und Besucher von Geschäften u. a. verpflichtet eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen.

Eine Mund-Nasenbedeckung im Sinne des Abs. 1 ist insbesondere jede textile Barriere, die aufgrund Ihrer Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen und Aussprache zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie (Abs.2).

Danach ist grundsätzlich eine textile MNB als geeigneter Schutz anzusehen. Visiere bieten nur geringen Schutz und sind daher als nicht geeignet anzusehen. Visiere halten wohl große Tröpfchen zurück, aber für sehr kleine Tröpfchen bzw. Tröpfchenkerne liege ein Visier nicht eng genug an/zu große Leckage. Ein Gesichtsschild allein kann die Funktion einer eng anliegenden Mund-Nase-Bedeckung daher nicht ersetzen.

Auch das RKI sieht zurzeit Visiere nicht als gleichwertige Alternative zu MNB. Es stünde jedoch jedem Bürger frei, „der aus medizinischen oder anderen triftigen Gründen (ärztliche Beurteilung) keine MNB tragen kann, aber dennoch zeigen möchte, dass er die derzeit getroffenen Maßnahmen für die Bevölkerung unterstützt und dadurch einen, vielleicht auch nur minimalen Beitrag leisten möchte, ein Visier zu tragen.“

Für Personen, die aus von der MNB-Pflicht befreit sind, kann jedoch alternativ ein Visier als Schutz für sich und andere hilfreich sein. Daher haben diese Personen andere Alternativen zu nutzen.

Sollten definitiv keine Aerosole generiert werden und kann man die Übertragung über kleine Tröpfchen bzw. Tröpfchenkerne irgendwann ausschließen, kann sich diese Einschätzung ändern, sobald gesicherte Daten vorliegen.“

Es wird deutlich, dass Gesichtsvisiere die Anforderungen der Maskenpflicht nicht erfüllen und allenfalls von Personen verwendet werden können, die unter die Ausnahmevorschrift des § 9 Abs. 3 der Nds. VO zur Bekämpfung der Corona-Pandemie fallen.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit rät die Berufsgenossenschaft Verkehr übrigens von dem Tragen von Gesichtsvisieren in Fahrzeugen ab. Dies ist hier nachzulesen: https://www.bg-verkehr.de/coronavirus/tipps-fuer-unternehmen-und-ihre-beschaeftigten  

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Quentin
1. Vorsitzender

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